Meine Betriebsweise

Vorwort

Alles hat einen Anfang.

Schuld, sofern man hier von Schuld sprechen kann, für meinen Start in der Imkerei, waren ein Imker, mein großes Interesse an den Vorgängen in der Natur und wie könnte es anders sein, ein Bienenschwarm.

Vorerst wurde einmal alles kopiert, die Betriebsweise, den Umgang mit Bienen, Beuten wurden nachgebaut. Rahmen in Kuntsch Maß, fein gehobelt und geschnitzt.

Der Imker verwendete damals den Wiener Vereinsständer, etwas modifiziert. Hinterbehandlung, Warmbau und  eine starre Beutengröße.

Für einen Imker mit Erfahrung mit diesem System.... warum nicht.

Zwei Imker am selben Platz hat schnell zu Problemen und Differenzen geführt, darum wurde eine Bienenhütte angeschafft. Das war der zweite große Fehler in meiner Imkerlaufbahn.

Der Erste Fehler, die Betriebsweise konnte relativ leicht und kostengünstig geändert werden.

Hilfestellung für die Änderung meiner Betriebsweise leistete ein Buch vom Imkermeister Pfefferle. Imkern mit dem Magazin und der Varroatose.

Ich hatte kurz vorher ein Bienenvolk erworben, bereits im Einheitsmaß aber wiederum mit Hinterbehandlungssystem. So war zumindest die Wabengröße fixiert worden.

Pfefferle verwendet Zandermaß.

Mit Freude und Elan begann nun der Aufbau meiner Imkerei.

Die meisten Informationen holte ich mir aus diversen Büchern.

Beuten wurden gebaut. Baugleich mit Pfefferle allerdings im Einheitsmaß.

9 Rahmen pro Magazin, pro Volk 3-4 Magazine je nach Volkstärke.

Im Deckel ist bereits ein Futterbehälter integriert.

Der Boden multifunktionell, da bereits die Bedrohung durch die Varroamilbe bevorstand und noch niemand wusste welche Behandlungsmethoden auf den Imker zukommen würdenAm Boden eine Tasse zur permanenten Varroakontrolle darüber fix ein Gitter, anfangs noch aus Kunststoff. Darüber eine Bausperre, eine sinnvolle Vorrichtung für den Magazinimker.

Bei der Auswahl der Rahmen, hatte ich den dritten und sicher folgenschwersten Fehler in meiner Imkerlaufbahn begangen.

Ich habe mich für die Verwendung sogenannter " Hoffmann" Rahmen entschieden. Die Seitenschenkel bilden gleichzeitig den erforderlichen Wabenabstand von 35 mm.      Eigentlich eine gute Sache sollte man meinen und Anfangs gab es auch keine Probleme.     Als aber im laufe der Zeit die Bienen begannen alles mit Propolis zu verkitten war das Dilemma perfekt. Noch heute besteht meine Hauptbeschäftigung im Entfernen der Propolisschichten an den Seiten meiner Rahmen.

Ich habe mir die Rahmenteile von einem Tischler vorfertigen lassen, gefräst und gezapft, einfach zusammenzubauen, leider nicht sehr maßgenau. Die Seitenteile waren zum Teil nur 33 mm breit, die Fräsung unterschiedlich tief und hier reiht sich Fehler Nummer 4 an die vorangegangenen.

Der Abstand der Rahmen zwischen den Magazinen sollte zwischen 6 und 10 mm betragen, bei geringerem Abstand werden Bienen zerdrückt und bei größerem Abstand beginnen die Bienen Wachsbrücken zu errichten. Mein Abstand war meistens zu groß und ich ärgere mich jedes Jahr auf`s Neue über die hinderlichen Wachsbrücken.

Ich hätte mir sehr viel Ärger erspart, wenn ich die Rahmenteile verheizt hätte. Allerdings bin ich als Jungimker vor dem Problem gestanden, keine ausgebauten Waben zu besitzen und die Rahmenteile habe ich auch nicht geschenkt bekommen.

Heute nach 17 Jahren Imkerei habe ich beschlossen meine Fehler zu verringern und der Anfang wird bei den Rahmen gemacht.

Zurück zu den Magazinen

Das Futtergeschirr im Deckel fasst etwa 2 Liter, das ist für eine zügige Einfütterung zu klein gebaut. Extra eine nötige Anzahl Futterdeckel zu machen war mir zu Aufwendig

Die Lösung war ein neuer Deckel als permanente Abdeckung mit sehr guter Isolierung, links und rechts eine Tasse, in der Mitte ein Kanal für die Bienen, Inhalt der Tassen 2,5 Liter, darüber ein Plexideckel und als Abschluss wieder eine Isolierungsplatte als Wärmeschutz.

Vorteil : Der Deckel ist gleichzeitig Futterzarge, das Volk kann jederzeit ohne Störung gefüttert werden, ein Volk ist mit 4x5 Liter Zuckerwasser fertig eingefüttert.

Der Boden eigentlich sehr gut durchdacht wurde nach einigen Jahren verbessert und 2002 komplett neu gebaut. Die alte Konstruktion obwohl aus verleimten Holz gefertigt und mit Holzschutz behandelt hatte sich zum Teil aufgelöst, teilweise von Ameisen angeknabert. Die Tasse ließ sich nicht mehr herausziehen. Ein wichtiger Vorgang bei der Varroakontrolle.

Die neuen Böden bestehen zur Gänze aus witterungsbeständigem Kunststoff, keine billige  aber eine dauerhafte Lösung. Das Varroagitter, die Bodentasse sowie auch die Futtertasse bestehen aus Edelstahl, leicht zu reinigen, unzerstörbar und ewig haltbar.

Die Bauweise der Zargen kann im Buch von Pfefferle nachgelesen werden, nichts aufregendes, ohne Falz, Verbunden mit einem Schnappverschluss.

Mein Bienenjahr

Im Anschluss an meinen Sommerurlaub, etwa Mitte August wird begonnen die Völker abzuräumen. Die Völker stehen auf 3-4 Zargen, bei guter Tracht sind die oberen Zargen voll mit Honig.

Ich verzichte aus Zeitgründen und wegen schlechtem Trachtangebot auf die Schleuderung im Juni. Als Hobbyimker bin ich auf massenhaft Honig nicht angewiesen, muss ja auch verkauft werden. Die Randwaben der zweiten Wabe, meist voll mit Honig, verbleiben im Volk, es wird sofort gefüttert. Nach Abnahme der ersten Futtermenge werden Apistanstreifen eingehängt und zügig weitergefüttert.

2001 wurden alte und neue Streifen verwendet, Abfall pro Volk etwa 5-8000 Varroen.

Die Behandlung mit Oxalsäure konnte bedingt durch einen langen Winter ohne der üblichen Wärmeperioden erst Ende Jänner durchgeführt werden. Erfolg der Behandlung 4500 Varroen.

Die Abnahme der Honigräume wird zur Bildung von Jungvölkern genutzt.

Mindestens 1 kg Bienenmasse, die Suche der Königin entfällt, sie befindet sich immer im unteren Bereich, der Fegling bekommt eine neue Königin, 2 Tage Dunkelhaft und anschließend in das neue Magazin, 2 Randwaben mit Pollen, den Rest mit Mittelwänden und fest füttern. Fertig wäre ein neues Volk für das nächste Jahr.

2001 war ein schlechtes Jahr, von 5 Jungvölkern hat nur ein einziges überlebt. Diagnose vermutlich Varroaschaden.

Mit dem Entfernen der Apistanstreifen ist das Bienenjahr zumindest für die Bienen beendet.

Jetzt beginnt die Arbeit für den Imker, Honigverarbeitung, Wachsverarbeitung, Reinigung der Geräte, Altwaben ausschneiden. Zwischen Weihnacht und Neujahr wird der Dampfwachschmelzer (natürlich Eigenbau aus Edelstahl) in Betrieb genommen.

Im neuen Jahr herrscht vorerst Winterruhe, warten auf den ersten Warmwettereinbruch und der damit verbundene Reinigungsflug.

Die ersten eingetragenen Pollen weisen auf ein intaktes Volk hin, mit Hilfe meiner fix eingelegten Gitter und der Bodentasse kann der Sitz des Volkes genau bestimmt werden.

Die erste größere Kontrolle erfolgt erst kurz vor Ostern, abhängig von der Temperatur, die Randwaben werden entfernt (Propolis abgekratzt). Futtervorrat kontrolliert und gegebenenfalls ergänzt. Bis zur ersten Erweiterung wird nur noch das Treiben am Flugloch kontrolliert, eine gute Diagnosemöglichkeit.

Die Erweiterung der Völker mittels Mittelwänden sollte erst erfolgen wenn die Völker "durchhängen", eine gängige Lehrmeinung. Habe ich auch versucht, mit dem Ergebnis, daß meine Völker jedes Jahr lustig auf und davon geschwärmt sind. Hier ist Fehler Nummer 5 einzureihen.

Meine Völker stehen meistens an einem fixen Standort an einem der besten Plätze (behaupte ich ) im Salzkammergut. An einer Forststraße zwischen Attersee und Traunsee.

Im Juni wird bei Bedarf noch einmal aufgesetzt und dann ist der  Kreislauf geschlossen.

Zusammenfassend meine Fehler

Eine Bienenhütte ist zweckmäßig zur Lagerung von Beuten und Geräten und eventuell zum Schutz von Bienenkästen.  Ich ziehe ich die Freiaufstellung vor, man sieht besser und bei Schlechtwetter hat man bei den Bienen sowieso nichts verloren.

Die Auswahl der Beuten und die Wahl der Rahmen beeinflussen wesentlich die Arbeit mit Bienen.

Zeit ist ein wesentlicher Faktor in der Bienenbetreuung. Beginnt bei der Zucht, wichtig wenn man erweitert.

Je öfter man ein Volk stört umso weniger Ertrag kann man erwarten.

Noch ein Tipp für Anfänger. Es schadet nicht Kontakt zu erfahren Imkern zu halten, das Lehrgeld fällt geringer aus. Wenn man glaubt alles über Bienen zu wissen wird man spätestens im darauf folgenden Jahr eines besseren belehrt.

Noch einige Literaturhinweise

oben angeführtes Buch von Pfefferle

Haltung und Zucht der Honigbiene von Zander/Böttcher

Bienenzucht als Erwerb von Böttcher (für ganz Mutige)

Der Wochenend-Imker von Karl Weiß

Die oben angeführten Ausführungen beschreiben ausschließlich meine persönlichen Erfahrungen im Ungang mit Bienen.

Ich würde mich gerne über einen Gedanken und Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten freuen. Meine Adresse ist auf der Übersichtsseite angeführt.

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1 Mai 2002........... der erste Schwarm..........